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Dyskalkulie ist eine spezifische Lernstörung, die mathematische Fähigkeiten und den Umgang mit Zahlen beeinträchtigt.
Obwohl sie bereits im Vorschulalter erkannt werden kann, wird sie meist erst im Schulalter deutlich. Allerdings kann es auch vorkommen, dass Erwachsene mit Dyskalkulie leben, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Alfabe Institut für Sonderpädagogik und Rehabilitation
  • Schwierigkeiten beim Ordnen von Zahlen und beim Rechnen
  • Probleme beim richtigen Ausrichten von Zahlen mit unterschiedlichen Stellenwerten
  • Schwierigkeiten beim Ablesen der Uhrzeit, beim Verstehen von Geometrie und anderen mathematischen Konzepten
  • Verwechslung ähnlich aussehender Zahlen
  • Probleme beim Vergleichen von Zahlen
  • Schwierigkeiten beim Verständnis von Raum-Lage-Beziehungen
  • Probleme beim Verstehen mathematischer Konzepte, Rechenoperationen und Zahlenbeziehungen
  • Schwierigkeiten beim Durchführen von Rechenaufgaben
  • Probleme beim Zählen von Geld und beim Herausgeben von Wechselgeld
  • Schwierigkeiten beim Einschätzen von Zeit, Geschwindigkeit und Entfernung
  • Probleme bei Kopfrechnen
  • Schwierigkeiten beim Verständnis von Zahlen und deren sprachlichen Bezeichnungen
  • Probleme beim Verstehen von „Vorher–Nachher“-Konzepten

In einigen Fällen können Betroffene aufgrund von Schwierigkeiten in der visuellen Unterscheidung von Figur und Hintergrund Probleme haben, wie z. B. den Überblick über Aufgaben auf einem Prüfungsblatt zu verlieren, Zahlen innerhalb einer Aufgabe zu verwechseln oder die Aufmerksamkeit zu verlieren, bevor die Aufgabe vollständig bearbeitet ist.

Darüber hinaus können bei Personen mit Dyskalkulie aufgrund visueller Wahrnehmungsschwierigkeiten Symptome wie das spiegelverkehrte Schreiben von Zahlen, das Verwechseln von Währungen, mathematischen Symbolen oder Uhrzeiten auftreten.

Ebenso können Betroffene aufgrund auditiver Unterscheidungsschwierigkeiten Probleme beim Verstehen von Lauten und Zahlen haben. Zum Beispiel kann die Zahl „vierzehn“ (14) gehört werden, aber gedanklich mit „vierzig“ (40) verwechselt werden.

Schließlich können räumliche Schwierigkeiten dazu führen, dass Betroffene Probleme haben, Konzepte wie „vorher–nachher“ zu verstehen, Zahlen richtig zu ordnen, den Zahlenstrahl zu nutzen oder positive und negative Zahlen zu unterscheiden.

Wie häufig ist Dyskalkulie?

Es wird geschätzt, dass Dyskalkulie weltweit etwa 3 % bis 7 % der Bevölkerung betrifft.
Sie tritt häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf.

Mathematische Schwierigkeiten – Haben nichts mit Intelligenz zu tun

Wissenschaftliche Studien haben die Ursachen der Dyskalkulie noch nicht vollständig geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass neben genetischen und erblichen Faktoren auch Unterschiede in der Gehirnentwicklung eine wichtige Rolle spielen.

Dyskalkulie betrifft nicht nur Zahlen und Rechenfähigkeiten.
Es handelt sich um eine komplexe Lernstörung, die auch Fähigkeiten wie das Verständnis mathematischer Konzepte, Zeit, Distanz, das Organisieren von Zahlen sowie die Verarbeitung räumlicher Informationen umfasst.

Während bei anderen Lernstörungen Unterschiede in den für Lesen und Schreiben zuständigen Gehirnbereichen beobachtet werden, liegt bei Dyskalkulie eine neurobiologische Besonderheit in den für Mathematik und Rechnen zuständigen Gehirnregionen vor.

Früh erkennen – Richtig fördern – Entwicklung stärken